🖤 Beide tun sich weh 🖤Der, der zu viel verspricht – und der, der zu viel erwartet

Oiso i find jo..
Es gibt Dynamiken, die auf den ersten Blick ganz unterschiedlich wirken.
Und doch nähren sie sich gegenseitig.

Der eine verspricht zu viel.
Der andere erwartet zu viel.

Und beide tun sich damit weh!
Nicht aus Bosheit.
Nicht aus Manipulation.
Sondern aus Mustern, die nicht enden, weil sie nie bewusst wahrgenommen wurden.

đź–¤Der, der zu viel verspricht:
Versprechen entstehen oft nicht aus Klarheit,
sondern aus Angst.
Angst, nicht zu genĂĽgen.
Angst, nicht gewählt zu werden.
Angst, jemanden zu enttäuschen – und ihn dadurch zu verlieren.
Also wird mehr zugesagt, als gehalten werden kann.
Mehr Nähe angeboten, als innerlich vorhanden ist.
Mehr Sicherheit vermittelt, als tatsächlich getragen wird.
Nicht, weil man lĂĽgen will.
Sondern weil man gelernt hat,
dass Liebe, Zugehörigkeit oder Anerkennung an Leistung geknüpft sind.

Doch jedes Versprechen, das nicht aus innerer Wahrheit kommt,
wird irgendwann zur Last.
Und zur Enttäuschung – für beide Seiten.

đź–¤Der, der zu viel erwartet:
Erwartungen entstehen selten aus Anspruch.
Sie entstehen aus Mangel.
Aus unerfĂĽllten BedĂĽrfnissen.
Aus alten Wunden.
Aus dem Wunsch, dass endlich jemand kommt
und etwas hält, repariert oder richtet.

Also wird der andere größer gemacht,
als er wirklich ist.
Es wird gehofft, projiziert, geglaubt.
Und je mehr erwartet wird,
desto weniger Raum bleibt fĂĽr das, was wirklich da ist.

Auch hier kein Vorwurf.
Nur ein Mechanismus.

Denn Erwartungen fĂĽhlen sich oft an wie Hoffnung.
Und Hoffnung fĂĽhlt sich sicherer an als die Leere darunter.

đź–¤Wo sich beide treffen:
Der, der zu viel verspricht,
und der, der zu viel erwartet,
passen oft erschreckend gut zusammen.

Der eine füllt den Raum, den der andere offen lässt.
Der andere nimmt dankbar an, was versprochen wird.
Kurzzeitig entsteht Nähe.
Verbundenheit.
Ein Gefühl von „endlich“.

Doch langfristig entsteht Druck.
Enttäuschung.
RĂĽckzug oder Schuld.

Nicht, weil einer falsch ist.
Sondern weil beide nicht bei sich sind.

đź–¤Klarheit statt gegenseitiger Verletzung
Klarheit bedeutet nicht, weniger zu geben.
Und sie bedeutet nicht, weniger zu hoffen.

Klarheit bedeutet:
Nur das zu versprechen, was man auch tragen kann.
Nur das zu erwarten, was der andere wirklich ist.
Verantwortung fĂĽr die eigenen BedĂĽrfnisse zu ĂĽbernehmen.

Nicht alles, was weh tut, ist böse.
Manches tut weh, weil es ehrlich wird.

Vielleicht ist die eigentliche Frage diese:
Wo verspreche ich mehr,
um geliebt zu werden?
Und wo erwarte ich mehr,
um mich nicht selbst halten und Verantwortung dafĂĽr ĂĽbernehmen zu mĂĽssen?

Dort beginnt Veränderung.
Nicht im Anderen.
Sondern bei dir.

Elisabeth Dittlbacher
Mondseehexe-Lisi
Www.mondseehexe.at

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