🖤Wenn eine Last irgendwann zu deiner Identität wird🖤

Oiso i find jo…
🌳 Deine Geschichte ist kein Gefängnis.
Sie ist dein Ursprung – und du entscheidest, welche Wurzeln du nährst.

Manche Dinge tragen wir so lange mit uns, dass wir irgendwann gar nicht mehr hinterfragen, ob sie tatsächlich zu uns gehören – oder ob wir irgendwann gelernt haben, sie zu tragen.

Eine Verantwortung.
Eine Rolle in der Familie.
Ein schlechtes Gewissen.
Die Angst, jemanden zu enttäuschen.
Das Gefühl, immer stark sein zu müssen.
Oder die Überzeugung, für das Wohlbefinden anderer zuständig zu sein.

Vielleicht hast du manches davon schon früh gelernt.

Nicht unbedingt, weil dir jemand bewusst gesagt hat:
„Das ist jetzt deine Aufgabe.“

Sondern weil du beobachtet hast.
Wie bei euch mit Konflikten umgegangen wurde.
Wer geschwiegen hat.
Wer alles zusammengehalten hat.
Wer sich angepasst hat.
Wer Verantwortung übernommen hat.
Und wer seine eigenen Bedürfnisse dafür zurückgestellt hat.

Kinder lernen nicht nur durch das, was man ihnen erklärt.
Sie lernen auch durch das, was ihnen vorgelebt wird.
Und manches davon nehmen wir mit.
So selbstverständlich, dass aus einem erlernten Muster irgendwann ein:
„So bin ich halt.“
wird.

Aber bist du wirklich so?
Oder hast du irgendwann gelernt, so zu sein?

Ahnen- und Prägungsarbeit bedeutet für mich nicht, für alles in deinem heutigen Leben eine Erklärung in deiner Vergangenheit zu suchen.

Und es geht auch nicht darum, deine Herkunft abzulehnen oder jemandem die Schuld dafür zu geben, wie dein Leben heute aussieht.

Deine Geschichte kann dir helfen zu verstehen, warum manches so tief sitzt.
Warum bestimmte Reaktionen vertraut sind.
Warum du manche Rollen immer wieder einnimmst.

Warum dir gewisse Entscheidungen schwerfallen.
Aber irgendwann darf neben der Frage
„Woher kommt das?“

noch eine andere stehen:
„Was wäre für mich möglich, wenn ich dieser Last weniger Gewicht geben würde?“

Was würdest du entscheiden, wenn alte Erfahrungen nicht jedes Mal mitentscheiden dürften?

Welche Grenze würdest du setzen?
Was würdest du ausprobieren, wenn die Angst vor Ablehnung nicht mehr so laut wäre?

Wie würdest du dein Leben gestalten, wenn du nicht mehr versuchen müsstest, alten Erwartungen gerecht zu werden?
Und wer könntest du sein, wenn du dich nicht länger hauptsächlich darüber definierst, was du erlebt, gelernt oder übernommen hast?

Denn nur weil etwas lange zu deinem Leben gehört, muss es noch lange kein unveränderbarer Teil von dir sein.

Vielleicht verschwindet eine Prägung nicht einfach.
Vielleicht bleibt eine Erfahrung ein Teil deiner Geschichte.
Vielleicht merkst du auch weiterhin, wenn ein altes Muster in dir anspringt.

Aber du kannst entscheiden, wie viel Gewicht du ihm heute noch gibst.
Und genau dadurch kann wieder Platz entstehen.

Für andere Entscheidungen.
Für neue Erfahrungen.
Für Grenzen, die du früher nicht gesetzt hättest.
Für Möglichkeiten, die du dir bisher nicht erlaubt hast.
Und vielleicht auch für Seiten an dir, die unter all dem Gewicht schon lange da waren.

Deine Geschichte zu verstehen kann wertvoll sein.
Aber sie zu verstehen sollte dir nicht nur erklären, warum du heute so bist.
Es darf dir auch zeigen, dass du heute anders entscheiden kannst.

Ab und zu ist es sehr wertvoll dich zu fragen:

„Was könnte in meinem Leben möglich werden, wenn ich dem Alten weniger Gewicht gebe?“

Denn deine Wurzeln gehören zu dir.
Sie erzählen, woher du kommst.
Aber sie entscheiden nicht, wohin du wächst. 🖤

🌳 Deine Geschichte ist kein Gefängnis.
Sie ist dein Ursprung – und du entscheidest, welche Wurzeln du nährst.

Eicha Mondseehexe | Elisabeth Dittlbacher

Teile diesen Beitrag:

Facebook
Twitter
Pinterest
WhatsApp
Email

Das wird dir auch gefallen