Oiso i find jo
Wer mit seinen Schwächen gut umgehen kann, besitzt eine wichtige Stärke.
Schwächen sind kein Problem.
Der Umgang mit ihnen ist es.
Viele versuchen, sie zu korrigieren.
Zu erklären.
Zu entschärfen.
Oder zu verstecken.
Nicht, weil sie unfähig sind.
Sondern weil sie gelernt haben,
dass Schwäche etwas ist,
das man überwinden muss.
Wer mit seinen Schwächen gut umgehen kann,
tut etwas anderes.
Er dramatisiert sie nicht.
Und er verteidigt sie nicht.
Er weiß,
wo sie wirken.
Und wo nicht.
Das ist keine Selbstakzeptanz im weichen Sinn.
Es ist Orientierung.
Denn wer seine Schwächen kennt,
muss sie nicht ausgleichen.
Nicht kompensieren.
Nicht kaschieren.
Er baut um sie herum.
Oder lässt sie stehen.
Das schafft Verlässlichkeit.
Für sich selbst.
Und für andere.
Schwächen werden dann nicht zum Thema.
Sie werden berechenbar.
Wer mit seinen Schwächen gut umgehen kann,
gerät weniger in Konflikte mit sich selber.
Und erwartet keine Schonung.
Das macht ihn nicht hart.
Es macht ihn verlässlich.
Denn Menschen,
die ihre eigenen Grenzen kennen,
verstricken andere nicht in Ausgleich.
Sie fordern nicht,
dass jemand ihre Unsicherheit trägt.
Und genau darin liegt die eigentliche Stärke:
Andere nicht benutzen zu müssen,
um sich selbst stabil zu fühlen.
Er ist nicht perfekt.
Aber klar.
Und Klarheit trägt weiter
als jede inszenierte Stärke.
Elisabeth Dittlbacher
Mondseehexe-Lisi
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