Oiso I find jo..
Wer wirklich gesehen werden will,
muss bei sich bleiben.
- auch wenn nicht jeder Blick passt.
Gesehen werden ist kein Geschenk.
Es ist eine Konsequenz.
Nicht daraus,
dass jemand genau hinsieht.
Sondern daraus,
dass du nicht ausweichst.
Viele wollen gesehen werden
und verändern sich gleichzeitig.
Sie justieren.
Sie passen an.
Sie lesen den Raum
und werden passend.
So entsteht Kontakt.
Aber keine Sichtbarkeit.
Denn gesehen wirst du nicht dort,
wo du dich erklärst.
Sondern dort,
wo du bleibst.
Bei dir.
Und genau hier liegt ein oft übersehener Punkt:
Es geht nicht zuerst darum,
vom anderen gesehen zu werden.
Sondern darum,
dich selbst nicht zu übergehen.
Denn wer sich selbst nicht sieht,
wird auch dann unsicher bleiben,
wenn andere hinschauen.
Bei sich zu bleiben heißt nicht,
starr zu sein.
Es heißt,
sich nicht zu verlassen,
nur weil der Blick von außen
irritiert.
Nicht jeder Blick passt,
weil nicht jede Perspektive stimmt.
Und nicht jede Nähe ist dafür gedacht,
dich zu erkennen.
Wer das versteht,
hört auf,
sich verfügbar zu machen
für jede Deutung.
Er wird nicht hart.
Er wird klar.
Und diese Klarheit hat Folgen.
Du richtest dich nicht mehr
nach Blicken aus,
die dich verfehlen.
Du erklärst weniger.
Du passt dich seltener an.
Nähe entsteht nicht mehr
durch Zustimmung,
sondern durch Stimmigkeit.
Das spart Energie.
Es klärt Entscheidungen.
Und es verhindert,
dass du dich selbst verlierst,
nur um gesehen zu werden.
Manche Menschen gehen,
wenn du bei dir bleibst.
Andere bleiben,
weil sie dich sehen können.
Beides ist richtig.
Denn bei dir zu bleiben
ist keine Strategie für Beziehung
zu dir und zu den anderen.
Es ist die Voraussetzung dafür.
Elisabeth Dittlbacher
Mondseehexe-Lisi
www.mondseehexe.at


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