Oiso I find jo..
Gefühle brauchen keine Erlaubnis.
Und sie brauchen keine Anleitung.
Was sie brauchen,
ist Raum.
Viele fühlen nicht das,
was da ist.
Sondern das,
was passend erscheint.
Was akzeptabel ist.
Was man fühlen sollte.
Nicht aus Unaufrichtigkeit.
Sondern aus Anpassung.
Denn früh lernen wir,
dass manche Gefühle unbequem sind.
Zu widersprüchlich.
Zu ehrlich.
Zu störend.
Also ersetzen wir sie.
Durch vernünftige Erklärungen.
Durch angemessene Reaktionen.
Durch Kontrolle.
Doch Gefühle lassen sich nicht austauschen.
Sie verschwinden nicht.
Sie wirken weiter.
Alles,
was du nicht fühlen möchtest
obwohl es da ist –
entscheidet trotzdem mit.
Ungelebte Gefühle
werden zu Spannungen.
Zu Überreaktionen.
Zu Grenzen,
die ihre Funktion verlieren.
Wirklich zu fühlen heißt nicht,
sich in Emotionen zu verlieren.
Es heißt,
nicht mehr an ihnen vorbeizuleben.
Gefühle sind kein Auftrag zum Handeln.
Aber sie sind Information.
Und Information wird erst wirksam,
wenn sie nicht ignoriert wird.
Wer nicht fühlt,
reagiert.
Wer bewusst fühlt,
kann wählen.
Denn ungefühltes bleibt nicht neutral.
Es sucht sich Ausdruck.
Immer.
Wenn du aufhörst so zu fühlen,
wie es sein sollte –
und anfängst das zu fühlen was gerade da ist – basieren deine Entscheidungen in einer klaren Atmosphäre.
Denn ungefühlte Gefühle die sich
schon bemerkbar machen,
verschwinden nicht.
Sie wirken im Hintergrund.
In Reaktionen.
In Beziehungen.
In Grenzen, die nicht gesetzt werden.
Wirklich zu fühlen bedeutet,
Verantwortung zu übernehmen
für das,
was du längst wahrnimmst.
Nicht – das zu fühlen, wie es sein sollte.
Gefühl ohne Verantwortung
bleibt Zustand.
Gefühl mit Verantwortung
wird Klarheit.
Nicht, weil es einfacher wird,
sondern weil nichts mehr
im Hintergrund wirkt.
Und genau dort
endet Selbstbetrug
und beginnt Präsenz.
Elisabeth Dittlbacher
Mondseehexe-Lisi
www.mondseehexe.at


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