Oiso i find jo…
Frustration hat keinen guten Ruf.
Sie gilt als etwas, das man vermeiden sollte.
Etwas, das zeigt, dass man „nicht im Frieden“ ist
oder „noch nicht so weit“.
Doch Frustration ist kein Zeichen von Schwäche.
Sie ist ein Zeichen davon,
dass etwas nicht mehr stimmig ist.
Frustration entsteht nicht aus dem Nichts.
Sie entsteht dort,
wo du dich zu lange angepasst hast.
Wo du weitergemacht hast,
obwohl innerlich längst etwas dagegen gesprochen hat.
Wo du getragen hast,
was eigentlich nicht mehr deins war.
Oft wird Frustration mit Ungeduld & Unzufriedenheit verwechselt.
Doch in Wahrheit ist sie viel präziser.
Frustration zeigt an,
dass eine Grenze bereits überschritten wurde –
nicht laut,
nicht dramatisch,
sondern still und dauerhaft.
Viele versuchen, Frustration schnell zu beruhigen.
Sie erklären sie weg.
Lenken sich ab.
Oder versuchen, wieder „positiv“ zu denken.
Doch Frustration verschwindet nicht,
weil man sie ignoriert
Oder mit positiv-denken Mantras
wegfaked.
Sie bleibt,
bis man bereit ist,
ehrlich hinzusehen.
🖤 Warum Frustration
oft vor Klarheit kommt 🖤
Frustration ist der Moment,
in dem alte Strategien nicht mehr greifen.
Das Funktionieren reicht nicht mehr.
Das Aushalten wird schwerer
als das Hinterfragen.
Das Weitermachen kostet mehr
als das Stehenbleiben.
Unter Frustration liegt selten Wut.
Meist liegt dort nicht nur die Unklarheit.
Nicht zu wissen,
was man will.
Nicht zu wissen,
was man nicht mehr will.
Sondern die Tatsache,
dass etwas gerade so ist –
wie du es nicht mehr möchtest.
vor allem:
nicht mehr bereit zu sein,
so weiterzuleben wie bisher.
Klarheit entsteht nicht aus Harmonie.
Sie entsteht dort,
wo etwas nicht mehr aufgeht.
Frustration zwingt dich zu nichts.
Aber sie nimmt dir die Illusion,
dass Nicht-Entscheiden folgenlos bleibt.
Sie zeigt dir nicht,
was falsch ist.
Sie zeigt dir,
wo du dich selbst
zu lange übergangen hast.
Wer Frustration ernst nimmt,
muss nichts bekämpfen.
Er beginnt zu sortieren.
Zu unterscheiden.
Zu benennen,
was bisher verschwommen war.
Und genau deshalb
kommt Klarheit oft nach Frustration.
Nicht als Belohnung.
Sondern als Konsequenz von Ehrlichkeit.
Nicht sofort als Leichtigkeit.
Aber als Richtung.
Elisabeth Dittlbacher
Mondseehexe-Lisi
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