Oiso i find jo
Es gibt eine Vorstellung,
die sich hartnäckig hält:
Dass man Dinge
„löschen“,
oder „wegmachen“ könne.
Erlebnisse.
Prägungen.
Geschichten.
Als wäre das Leben eine Tafel,
die man einfach wieder sauber wischt.
Doch so funktioniert Erfahrung nicht.
Was du erlebt hast,
ist Teil deiner Geschichte.
Was dich geprägt hat,
hat Spuren hinterlassen.
Nicht als Fehler.
Sondern als Wirklichkeit.
Du kannst das nicht löschen.
Und du musst es auch nicht um dir etwas für dich gutes aufbauen zu können.
Denn der Versuch, etwas wegzumachen,
ist oft nichts anderes
als der Versuch,
nicht fĂĽhlen zu mĂĽssen.
Sich nicht der Realität stellen zu müssen.
Also Fake.
Veränderung entsteht nicht dort,
wo etwas verschwindet – oder fĂĽr eine bestimmte Zeit so getan wird, als wäre es nicht so gewesen.
Sie entsteht dort,
wo du lernst,
damit umzugehen.
Mit dem, was da ist.
Mit dem, was wirkt.
Mit dem, was sich meldet.
Damit umzugehen heiĂźt nicht aushalten.
Und auch nicht schönreden.
Es heiĂźt:
erkennen, was wirkt
unterscheiden, was deins ist
entscheiden, wie du heute damit lebst.
Ohne Schuld.
Ohne Drama.
Ohne spirituelle AbkĂĽrzungen und Ausreden.
Du musst deine Vergangenheit
nicht heilen.
Du musst nur aufhören,
sie unbewusst weiterzuleben.
Das ist keine Erlösung.
Das ist Verantwortung.
Und genau dort
beginnt Freiheit.
Elisabeth Dittlbacher
Mondseehexe-Lisi
www.mondseehexe.at


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