Oiso I find jo..
Manchmal sagst du, du kommst nicht raus aus dem Schmerz.
In Wahrheit willst du nicht raus.
Nicht, weil du gern leidest.
Sondern weil der Schmerz das Letzte ist,
was dich mit etwas verbindet.
Mit einer Person.
Mit einer Hoffnung.
Mit einem Bild, wie es hätte sein sollen.
Solange es weh tut,
ist es noch nicht ganz vorbei.
Solange es zieht,
fühlt es sich noch wichtig an.
Und dein Nervensystem kennt diesen Zustand.
Es weiß, wie Schmerz funktioniert.
Was es nicht kennt, ist Leere.
Und Leere macht mehr Angst als Schmerz.
Also bleibst du lieber im Altbekannten.
Im Gedankenkarussell.
Im „Was wäre wenn“.
Im inneren Wiederholen derselben Szene.
Nicht, weil du schwach bist.
Sondern weil du glaubst,
wenn du den Schmerz loslässt,
war es vielleicht nie so bedeutend.
Aber Bedeutung misst sich nicht an Dauerleid.
Und Schmerz ist keine Loyalität.
Er ist oft nur Widerstand gegen Realität.
Wenn du aufhörst, ihn festzuhalten,
verschwindet nicht das, was war.
Es verschwindet nur dein Festklammern daran.
Und genau dort entscheidet sich etwas:
Bleibst du verbunden mit einer Geschichte
oder beginnst du,
wieder handlungsfähig zu werden?
Schmerz ist kein Beweis für Tiefe.
Manchmal ist er nur Aufschub.
Und Aufschub kostet dich
deine wertvolle Gegenwart.
Elisabeth Dittlbacher
Mondseehexe-Lisi
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