🖤 Ausstieg 🖤

🖤 Ausstieg 🖤

Oiso I find jo..
Es gibt einen Moment, der leise beginnt und doch alles verändert.

Nicht, weil etwas „geheilt“ wird.
Sondern weil du aufhörst, dich selbst zu verleugnen.

Selbstverleugnung ist kein persönlicher Fehler.
Sie ist oft ein Anpassungsmechanismus.
Ein stilles Mitspielen in Systemen, in denen Nähe an Bedingungen geknüpft ist.

In denen Zugehörigkeit davon abhängt, dass du dich kleiner machst, stiller wirst, funktionierst.
Solange du dich selbst verlässt, bleibt das System stabil.

Familien, Beziehungen, Gruppen – sie wirken ruhig, solange einer die Spannung trägt.

Solange einer ausgleicht, entschuldigt, relativiert.

Solange einer sich selbst hintanstellt, damit andere sich nicht bewegen müssen.

Der Ausstieg beginnt nicht mit einem Knall.
Er beginnt mit einem inneren Nein.
Mit dem Punkt, an dem du merkst:
Das hier kostet mich mehr, als es mir gibt.

Und dann passiert etwas Entscheidendes:
Es bricht kein Kontakt.
Es bricht ein System weg.
Nicht, weil du hart geworden bist.
Sondern weil du ehrlich wirst.

Weil du aufhörst, Verantwortung für das zu übernehmen,
was nie deins war.

Viele verwechseln diesen Moment mit Verlust.
Dabei ist es ein Ordnungswechsel.

Was nur durch deine Selbstverleugnung existieren konnte,
kann ohne sie nicht weiterbestehen.

Das ist keine Heilung.
Niemand war kaputt.
Es ist eine Rückkehr in die eigene Zuständigkeit.
In die eigene Haltung.
In den eigenen Raum.
Und ja – das hält nicht jeder aus.
Aber was dann geht,
war nie Verbindung.
Es war Abhängigkeit von deiner Anpassung.

Wenn dein Innerstes Panik bekommt bei dem Gedanken, jemanden zu verlieren,
ist das kein Beweis von Liebe – sondern ein Zeichen dafür,
dass du dich selbst zu lange verlassen hast.
Gefolgt von dem Gedanken dass du ohne diese Person nicht mehr überlebensfähig bist.

Und ja: Diese Erkenntnis wird nicht jedem gefallen.
Denn deine Abhängigkeit war für manche bequem.
Sie hat Rollen stabil gehalten, Macht verteilt
und Erwartungen erfüllt, die nie deine waren.
Und bricht vermutlich sogar deine bisherige
Ausrichtung.

Wenn du beginnst, dich selbst wieder ernst zu nehmen,
verlierst du nicht Nähe –
du entziehst einem System ihre Grundlage.

Wenn du aus der Selbstverleugnung aussteigst, bricht ein System weg.

Und genau dort beginnt etwas, das tragfähig ist.
Nicht perfekt.
Aber echt.

Elisabeth Dittlbacher
Mondseehexe-Lisi
www.mondseehexe.at

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